Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
Odds Ratio (OR) Dies ist ein Assoziationsmaß, das den Grad eines Zusammenhangs
zwischen zwei Alternativmerkmalen quantifiziert. Es wird gebildet, indem man aus
den Häufigkeiten im Innern der Vierfeldertafel das Kreuzprodukt bildet:
ad
bc
OR
=
(3.11)
Diese Maßzahl ist der Quotient aus den beiden Odds a / c und b / d . Die untere Grenze
für die Odds Ratio beträgt 0; eine obere Grenze gibt es nicht. Eine Odds Ratio mit dem
Wert 1 zeigt an, dass kein Zusammenhang zwischen den beiden Merkmalen besteht.
Aus der Odds Ratio von 2,25 in 7 Beispiel 3.4 ergibt sich, dass in der Studentenstich-
probe anteilmäßig mehr Männer als Frauen rauchen.
Weitere Assoziationsmaße für qualitative Merkmale sind Gegenstand von 7 Ab-
schn. 11.1.3 . Zusammenhangsmaße für quantitative Merkmale werden in 7 Kap. 5 er-
örtert.
Ausblick auf die induktive Statistik***
3.3.4
Die in diesem Kapitel vorgestellten Methoden dienen dazu, eine Häufigkeitsverteilung zu quanti-
fizieren und optisch darzustellen. Die Beschreibung einer Stichprobe ist - für sich allein genom-
men - jedoch unbefriedigend. Bisher wurde die Frage ausgeklammert, inwieweit sich die Ergeb-
nisse verallgemeinern lassen. Bei der Betrachtung der Beispiele drängen sich folgende Fragen auf:
4
In
Beispiel 3.1 werden relative Häufigkeiten bezüglich der 4 Blutgruppen genannt. Sind
diese Angaben verallgemeinerbar, oder sind die Schätzungen dafür zu unpräzise?
7
4
Wie aus der Vierfeldertafel in
Beispiel 3.4 hervorgeht, rauchen 22,5% der männlichen
und nur 11% der weiblichen Studenten. Rauchen männliche Studenten generell häufiger?
Oder ist dieser Schluss zu gewagt?
7
4
Nur 16 von 75 Studenten (das sind 21%) beurteilen homöopathische Heilverfahren tenden-
ziell positiv, 17 neutral und 42 negativ. Lässt sich daraus schlussfolgern, dass Medizinstu-
denten homöopathische Heilverfahren eher ablehnen? Oder sind diese Zahlen nur zufalls-
bedingt und haben ansonsten keine tiefere Bedeutung?
Auf derlei Fragen kann die deskriptive Statistik keine befriedigenden Antworten geben. Intuitiv
würde man kaum annehmen, dass 75 Studenten ausreichen, um die Wahrscheinlichkeiten ein-
zelner Blutgruppen präzise zu schätzen. Andererseits legen die ermittelten Häufigkeiten durch-
aus die Vermutung nahe, dass Medizinstudenten gegenüber homöopathischen Heilverfahren
eher skeptisch eingestellt sind. Dabei handelt es sich jedoch nur um Annahmen, die nicht statis-
tisch abgesichert sind. Zu diesem Zweck bedarf es Methoden der induktiven Statistik, die wir in
7
Kap. 8 bis
7
Kap. 11 behandeln.
 
Search Pocayo ::




Custom Search