Healthcare and Medicine Reference
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len, die eine Funktionsstörung anzeigen und einfach zu bestimmen sind. So dient
beispielsweise der Kreatinin-Wert dazu, ein Nierenversagen nachzuweisen. Gegen
Surrogatvariable ist nichts einzuwenden, sofern sie in engem und validiertem Zusam-
menhang mit der zu evaluierenden Krankheit stehen. Dies sollte man kritisch hinter-
fragen und beim Ziehen von Schlussfolgerungen Vorsicht walten lassen!
Ungenaue Definitionen Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn man Zielgrößen unter-
sucht, die nicht klar deiniert sind. Ein Beispiel ist das Merkmal »herapieerfolg«. Im
Allgemeinen verbindet man damit etwas Positives - dennoch ist dieser Begriff per se
keineswegs exakt definiert: Nicht nur eine vollständige Heilung kann als Erfolg gewer-
tet werden, sondern auch eine Symptombesserung oder die Änderung eines Labor-
werts. Dies muss man berücksichtigen, wenn der Leser einer Publikation praxisrele-
vante Schlussfolgerungen ziehen und Vergleiche anstellen will.
Falsche oder unvollständige Angaben Häufig ist man beim Einholen von Informa-
tionen auf die Mithilfe von Patienten oder deren Angehörige angewiesen. Dabei kann
es vorkommen, dass die befragten Personen falsche oder unvollständige Angaben
machen - sei es unbewusst, weil sie sich nicht recht erinnern, oder absichtlich, weil sie
aus Scham gewisse Dinge verschweigen. Nicht jeder Patient wird uneingeschränkt die
Wahrheit sagen, wenn man ihn nach seinem Nikotin- oder Alkoholkonsum fragt. Bei
manchen Studien muss man auf die mitunter mangelhafte Dokumentation in Patien-
tenakten zurückgreifen. Es ist schwierig, derlei Datenmaterial adäquat auszuwerten.
Entsprechende Vorsicht ist bei der Interpretation der Ergebnisse geboten!
Zensierte Daten Bei Überlebenszeitstudien wird die Zeit erfasst, die bis zum Ein-
treten eines bestimmten Endereignisses (etwa bis zum Tod eines Patienten) vergeht.
Mehrere Gründe können dazu führen, dass sich im Einzelfall die Überlebenszeit nicht
exakt feststellen lässt: Sei es, dass der Patient vorzeitig ausscheidet (etwa wegen man-
gelnder Bereitschaft zur weiteren Teilnahme) oder am Ende der Studie noch lebt (jede
Studie ist zeitlich limitiert). Dann kennt man nur die Zeitspanne, die überlebt wurde
- was danach geschieht, bleibt unbekannt. Solche Zeiten nennt man zensiert . Es
würde die Ergebnisse verzerren, wenn man diese bei der Analyse eliminieren würde.
Mit speziellen Analyseverfahren ( 7 Kap. 15 ) gelingt es, derlei Daten adäquat zu be-
rücksichtigen.
Tabellen
2.5
Liste Bei jeder Studie ist darauf zu achten, dass man für jede einzelne Beobachtungs-
einheit alle relevanten Informationen (Ort und Zeit der Untersuchungen, untersu-
chende Personen, erhobene Daten, Besonderheiten etc.) sorgfältig in einer Liste do-
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