Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
Diskrete und stetige Merkmale
2.3.4
Diskrete Merkmale Ein Merkmal heißt diskret, wenn es nur abzählbar viele Werte
annehmen kann. Qualitative Merkmale sind im Allgemeinen diskret (wenngleich es
Ausnahmen gibt, z. B. das Merkmal »Duftnote«). Quantitative Merkmale sind dann
diskret, wenn die Ausprägungen durch einen Zählvorgang ermittelt werden (z. B. die
Anzahl der Schwangerschaften einer Frau).
Stetige Merkmale Ein stetiges Merkmal kann dagegen theoretisch alle Werte inner-
halb eines bestimmten Intervalls annehmen; die Ausprägungen werden in der Regel
durch einen Messvorgang ermittelt. Beispiele sind Körpergröße oder Blutdruck. Aller-
dings lässt die begrenzte Messgenauigkeit bei der Bestimmung eines stetigen Merk-
mals nur abzählbar viele Ausprägungen zu. So wird die Körpergröße meist in der
Einheit cm in ganzen Zahlen angegeben, wobei im Einzelfall gerundet wird. Deshalb
ist bei praktischen Untersuchungen letzten Endes jedes Merkmal diskret.
Andererseits sind stetige Merkmale recht beliebt, da sie sich im Hinblick auf die
Informationsgewinnung effizienter und häufig einfacher analysieren lassen als diskrete
Merkmale. Statistische Analysemethoden, die ein stetiges Merkmal voraussetzen, kön-
nen dann angewandt werden, wenn das relevante Merkmal innerhalb eines bestimmten
Bereichs zahlreiche fein abgestufte Ausprägungen hat (z. B. die Leukozytenanzahl pro
μl Blut). Insofern ist eine Unterscheidung zwischen diskreten und stetigen Merkmalen
nicht nur theoretisch, sondern auch für praktische Anwendungen sinnvoll.
Merkmale unterscheiden sich auch bezüglich der Art der Datenerhebung . Die
Ausprägungen eines nominalen Merkmals lassen sich in der Regel eindeutig feststel-
len. Die Werte eines quantitativen Merkmals werden durch einen Zähl- oder einen
Messvorgang ermittelt oder basierend auf den Werten anderer Merkmale berechnet
(z. B. der Body-Mass-Index). Eine Schwierigkeit der eindeutigen Wertezuweisung
ergibt sich hin und wieder bei ordinal skalierten Merkmalen, deren Ausprägungen
teilweise subjektiven Einschätzungen unterliegen. Man sollte deshalb darauf achten,
dass die Ausprägungen eines ordinal skalierten Merkmals möglichst exakt definiert
und nachvollziehbar sind.
Skalentransformationen
2.3.5
Es ist generell möglich, ein höheres Skalenniveau auf ein niedrigeres zu transformie-
ren. Jede Verhältnisskala ist automatisch eine Intervallskala; diese wiederum lässt sich
als eine Ordinalskala auffassen. Die Nominalskala kann grundsätzlich jedem Merkmal
zugeordnet werden. Wie 7 Beispiel 2.3 verdeutlicht, geht eine Reduktion des Skalen-
niveaus einerseits mit einer einfacheren Messtechnik einher, andererseits mit einem
Informationsverlust.
 
Search Pocayo ::




Custom Search