Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
Klassifikation nach Skalenniveau
2.3.3
Jedes Merkmal lässt sich einem bestimmten Skalenniveau zuordnen. Dieses gibt Aus-
kunft über das Messniveau und darüber, wie die entsprechenden Daten weiterverar-
beitet werden können.
Nominalskala Sie hat das niedrigste Niveau; die Ausprägungen (auch Faktorstufen
genannt) unterscheiden sich nur begrifflich voneinander. Beispiele stellen die Augen-
farbe oder die Blutgruppe dar. Eine spezielle Form bilden die Alternativmerkmale (die
man auch als dichotome oder binäre Merkmale bezeichnet) mit nur zwei Ausprägun-
gen. So ist etwa das Geschlecht mit den Ausprägungen »männlich« und »weiblich« ein
Alternativmerkmal, ebenso der Rhesusfaktor mit den Ausprägungen »positiv« und
»negativ«. Auch ein Zustand, bei dem nach »pathologisch« und »nichtpathologisch«
unterschieden wird, oder Fragen, die sich mit »ja« oder »nein« beantworten lassen,
sind als Alternativmerkmale aufzufassen.
Ordinalskala (oder Rangskala) Sie besitzt ein höheres Niveau als die Nominalskala;
die Ausprägungen dieser Merkmale lassen sich in einer natürlichen Rangfolge anord-
nen. Ein bekanntes Beispiel bilden Zensuren mit den Ausprägungen 1-6. Auch klini-
sche Scores sind ordinal skaliert, ebenso das Merkmal »herapieerfolg« mit den mög-
lichen Abstufungen »vollständig geheilt« bis hin zu »Patient verstorben« oder ein
Krebsstadium mit den Ausprägungen I-IV.
Nominal und ordinal skalierte Merkmale werden zusammenfassend als quali-
tative (oder kategoriale ) Merkmale bezeichnet. Es ist allgemein üblich, diese
Merkmale zahlenmäßig zu kodieren. So kann das Geschlecht einer Person durch
die Zahlen 0 (männlich) und 1 (weiblich) angegeben werden; der Therapieerfolg
lässt sich mit natürlichen Zahlen 0, 1, 2, ... beschreiben. Diese Zahlen haben jedoch
keine numerische Bedeutung. Man kann zwar zwei Ausprägungen A und B eines
nominalen Merkmals durch A = B oder A B miteinander in Beziehung setzen; bei
einem ordinalen Merkmal lässt sich eine der Relationen A = B , A < B oder A > B
angeben. Mathematische Operationen wie die Bildung einer Differenz oder eines
Quotienten sind jedoch sinnlos. Es leuchtet ein, dass bei qualitativen Merkmalen
weder der Abstand zwischen zwei Ausprägungen noch deren Verhältnis sinnvoll
definiert ist.
Intervallskala (oder Abstandsskala) Sie hat einen höheren Informationsgehalt als
die Ordinalskala. Die Ausprägungen unterscheiden sich zahlenmäßig. Bei intervall-
skalierten Merkmalen ist ein Nullpunkt festgelegt (z. B. bei der Temperatur in Celsius-
Graden); daher gibt es auch negative Werte. Es ist möglich und sinnvoll, die Differenz
zwischen zwei Ausprägungen A − B anzugeben.
Search Pocayo ::




Custom Search