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Nicht immer wird streng zwischen erklärenden Einflussgrößen und Begleitmerkma-
len unterschieden. Häufig werden alle Faktoren, die dazu beitragen, Assoziationen mit
einer Zielgröße aufzudecken, im statistischen Sinne als »erklärend« bezeichnet.
Darüber hinaus gibt es Störgrößen , die im Versuchsplan nicht berücksichtigt sind.
Man unterscheidet verzerrende und nichtverzerrende Störgrößen:
4 Nichtverzerrende Störgrößen sind verantwortlich für die zufallsbedingte Streu-
ung der Ergebnisse. Diese Störgrößen machen ein Ergebnis eventuell ungenau;
sie werden es jedoch nicht systematisch in eine bestimmte Richtung verzerren.
Ihr Einfluss ist zwar nicht zu vermeiden; er lässt sich jedoch bei geschickter Stu-
dienplanung gering halten.
4 Verzerrende Störgrößen (Confounder) sind gefährlicher: Ein Confounder ist
ein Hintergrundmerkmal, das die Zielgröße beeinflusst. Dies kann dazu führen,
dass ein Zusammenhang vorgetäuscht wird, der in Wirklichkeit nicht vorhanden
oder weniger stark ausgeprägt ist. Sind mögliche Confounder bekannt, sollte
man sie als Covariablen erfassen und bei der Analyse berücksichtigen.
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Beispiel 2.1 erläutert die Begriffe Ziel-, Einfluss- und Störgrößen exemplarisch.
Beispiel 2.1: Zielgrößen, Einflussgrößen und Störgrößen
Im Rahmen einer klinischen Studie werden zwei blutdrucksenkende Medikamente A und
B bezüglich ihrer Wirkung verglichen. Folgende Merkmale werden erfasst: der systolische
Blutdruck zu Beginn der Studie und nach 12 Wochen, die Therapieform, das Geschlecht
und das Alter der Patienten. Welche Funktionen haben diese Merkmale?
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Die Zielgröße (Wirkung der Therapie) wird aus der Differenz zwischen den beiden
Blutdruckwerten gebildet.
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Der erklärende Faktor ist die Therapieform.
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Da Geschlecht und Alter bekanntermaßen den Blutdruck beeinflussen, erfasst man
diese Größen als Begleitvariable .
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Zu den (nichtverzerrenden) Störgrößen zählen die genetische Veranlagung,
psychische Belastungen etc. - also Merkmale, die ebenfalls den Blutdruck
beeinflussen, aber nicht explizit erfasst werden. Wenn sie beide Gruppen
gleichermaßen betreffen, werden sie das Studienergebnis nicht systematisch
verfälschen.
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Nichterfasste Merkmale, bezüglich derer sich die beiden Gruppen unterscheiden,
stellen möglicherweise Confounder dar. Hätten etwa die Gruppen eine unter-
schiedliche Verteilung des Körpergewichts, könnte dies die Ergebnisse verzerren
und zu unzulässigen Schlussfolgerungen verleiten.
 
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