Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
All diesen ärztlichen Entscheidungen oder Einschätzungen liegen (oft unbewusst)
statistische Analysen zugrunde.
Theoretische Kenntnisse auf diesem Gebiet lassen erkennen, dass man bei spon-
tanen, intuitiven Entscheidungen oft einem großen Irrtum unterliegt. Sie tragen des-
halb dazu bei, vorsichtig zu entscheiden und verantwortungsbewusst zu handeln.
Häufig sind zwar Bauchentscheidungen richtig (was sich jedoch erst später heraus-
stellt). Man sollte jedoch bedenken, dass diese fast immer subjektiv geprägt und meist
nicht logisch nachvollziehbar sind. Deshalb kann es nicht schaden, sich auf objektive
Wahrscheinlichkeiten zu stützen und diese zu berücksichtigen.
Im Übrigen ist jeder Arzt - unabhängig von seinem Fachgebiet und seinem Ar-
beitsumfeld - angehalten, sich permanent weiterzubilden, da sich das medizinische
Wissen rasant vermehrt. Dabei benötigt er statistische Kenntnisse, um gute von
schlechten Studien zu unterscheiden und um die Relevanz der dargestellten Ergebnis-
se für seine Patienten oder sein Labor beurteilen zu können. Nicht zuletzt schult die
Biomathematik im problemorientierten, logisch-analytischen Denken. Auch diese
Fähigkeiten sind für einen Arzt unentbehrlich.
Insofern ist für Studierende der Medizin die Beschäftigung mit dem Fach »Biosta-
tistik« als Vorbereitung für den künftigen Beruf nützlich und sinnvoll. Im Allgemeinen
ist ein Student spätestens beim Erstellen seiner Dissertation gezwungen, sich mit Sta-
tistik auseinanderzusetzen. Zum einen ist dies notwendig, um relevante Fachartikel
und Vorträge zu verstehen und zu bewerten; zum anderen liegt fast jeder Dissertation
eine statistische Datenanalyse zugrunde. Für Doktoranden oder in der Forschung
tätige Ärzte empfiehlt es sich durchaus, sich von Statistikern beraten zu lassen. Dies ist
aber nur dann hilfreich, wenn sie selbst zumindest über elementare statistische Kennt-
nisse verfügen - so wie dieses Buch sie zu vermitteln sucht.
Kapitelzusammenfassung
Deskriptive Statistik
Daten werden strukturiert, grafisch dargestellt und mit statistischen Kenngrößen
beschrieben.
Induktive Statistik
Sie ermöglicht den Schluss von der Stichprobe auf die Grundgesamtheit.
Wahrscheinlichkeitsrechnung
Sie befasst sich mit den mathematischen Gesetzmäßigkeiten, auf denen die Methoden
der induktiven Statistik basieren.
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