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Abb. 1.1 Phasen einer medizinischen Studie
Theoretische Phase Danach wird er seine Vermutung als Hypothese formulieren
und versuchen, sie in eine logisch konsistente heorie einzubetten. Damit ist die Hy-
pothese theoretisch abgesichert. Diese Art wissenschaftlicher Methodik (das Herleiten
einer neuen Hypothese aus einer bekannten heorie) nennt man deduktiv . Streng
deduktiv arbeitet man fast nur in der reinen Mathematik. Neue mathematische Sätze
werden aus bekannten Theorien hergeleitet; weitergehende Studien oder Experimen-
te sind dazu nicht notwendig. Da jedoch eine Theorie in der Medizin niemals vollstän-
dig sein kann und die Realität nicht in allen Details hinreichend genau beschreibt,
muss man die zu verifizierende Hypothese zusätzlich empirisch bestätigen.
Analytisch-statistische Phase Diese beinhaltet eine detaillierte Planung sowie
die Datenerhebung und -auswertung mit statistischen Methoden. Bei retrospektiven
Studien sind die Daten in der Regel bereits dokumentiert und müssen nur noch pas-
send aufbereitet werden. Bei prospektiven Beobachtungsstudien oder experimentel-
len Studien werden die Daten im Laufe der Studie gesammelt und erst danach ausge-
wertet.
Interpretation der Ergebnisse Bestätigen die Ergebnisse der Analyse die Hypothese,
wird man sich für deren Richtigkeit entscheiden. Diese ist damit im streng mathema-
tischen Sinne zwar nicht bewiesen, aber doch wesentlich besser abgesichert als vor der
statistischen Analyse. Eine falsche Entscheidung ist hierbei nicht ausgeschlossen -
dieses Risiko ist jedoch kalkulierbar. Falls das Ergebnis der Datenanalyse mit der Hy-
pothese nicht in Einklang zu bringen ist, muss man überprüfen, ob die zugrunde
liegende Theorie einen Fehler enthält oder ob die analytisch-statistische Phase nicht
optimal verlaufen ist. Eventuell kann man eine Wiederholung der Studie in modifi-
zierter Form erwägen.
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