Healthcare and Medicine Reference
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Weber (1897-1988) ist es zu verdanken, dass die von England ausgehenden Ideen auch in
Deutschland praktisch umgesetzt wurden.
Nicht zuletzt hat das Aufkommen leistungsfähiger Computer und benutzerfreundlicher Soft-
ware seit Beginn der 1980er Jahre statistische Berechnungen enorm vereinfacht und beschleu-
nigt. Auch diese neuere Entwicklung hat entscheidend zur Akzeptanz der Statistik in der Medizin
beigetragen. Seit den 1990er Jahren werden zunehmend multiple Methoden entwickelt, bei
denen mehrere Einflussgrößen simultan untersucht werden und die eine sehr effiziente Daten-
analyse ermöglichen. Diese werden in einer Biomathematik-Vorlesung, die Grundlagen vermit-
teln soll, normalerweise nicht detailliert behandelt. Interessierte Leser seien auf weiterführende
Literatur verwiesen: Andreß et al. 1997; Fahrmeir et al. 2009; Sachs u. Hedderich 2009; Bortz u.
Schuster 2010; Backhaus et al. 2011 (
7 Anhang).
Status der medizinischen Statistik
1.3
Medizinische Statistik oder Biostatistik Sie hat sich mittlerweile als ein eigenständi-
ges, interdisziplinäres Fachgebiet etabliert, das statistische Probleme behandelt, die
sich aus medizinischen Fragestellungen ergeben. Im weiteren Sinne zählen dazu die
Planung und Durchführung klinischer und epidemiologischer Studien sowie die Da-
tenanalyse mit statistischen Methoden. Die medizinische Statistik ist einerseits Teilge-
biet der Biomathematik , andererseits gehört sie zur Stochastik . In engem Zusammen-
hang dazu steht die Biometrie . Dieser Wissenschaftszweig befasst sich mit der mathe-
matischen Modellierung zufallsabhängiger Phänomene in Medizin, Pharmazie, Bio-
logie und Landwirtschaft.
!
Cave
Einerseits wird der Begriff Biometrie als Synonym für Biostatistik verstan-
den. Andererseits bezieht er sich auf die Verarbeitung individueller körper-
licher Merkmale wie etwa des Fingerabdrucks zum Identitätsnachweis.
(Auf diese spezielle Bedeutung wird in diesem Buch nicht eingegangen.)
Biomathematik Dieses Fach behandelt die Theorie und Anwendung mathemati-
scher Methoden im Bereich der Biowissenschaften. Es beinhaltet außer der Statistik
noch weitere mathematische Disziplinen (etwa Differenzialgleichungen, mit denen
Wachstumsprozesse beschrieben werden).
Stochastik Dieser Sammelbegriff umfasst den gesamten Wissenschaftsbereich, der
sich mit der mathematischen Behandlung von Zufallserscheinungen befasst. Teilge-
biete der Stochastik sind die Statistik und die Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Statistik Dieser Begriff hat mehrere Bedeutungen. Er kann sich auf eine Zahlenüber-
sicht beziehen oder auch eine Prüfgröße bezeichnen, die als Ergebnis aus einer Daten-
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