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In analoger Weise lässt sich aus der Spezifität die Wahrscheinlichkeit für ein falsch
positives Ergebnis ermitteln:
PT K
(|
)
=−
1
PT K
(|
)
(14.2)
+
Um im Rahmen einer Diagnosestudie die Sensitivität und die Spezifität ermitteln zu
können, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:
4
Ein sog. Goldstandard muss verfügbar sein, mit dem sich der wahre Krankheits-
status der Studienteilnehmer feststellen lässt. In der Regel ist dies ein aufwen-
diges, teures oder kompliziertes Verfahren (z. B. eine Biopsie). Im medizinischen
Alltag wird selten ein Goldstandard benutzt. Man ist vielmehr bemüht, Ersatz-
verfahren einzusetzen - wohl wissend, dass diese weniger genau, dafür aber
einfacher in der Anwendung und mitunter weniger riskant sind als der Gold-
standard.
4
Hinreichend viele kranke und nichterkrankte Personen müssen sowohl mit dem
zu evaluierenden Test als auch mit dem Goldstandard diagnostiziert werden.
4
Der Arzt, der die Befunde des neu zu evaluierenden Verfahrens interpretiert,
sollte verblindet sein. Das heißt: Er darf den wahren Krankheitsstatus und
andere klinische Informationen der Testteilnehmer nicht kennen. Nur dann
ist gewährleistet, dass er die Befunde unvoreingenommen und objektiv
beurteilt.
Beide Kenngrößen - Sensitivität und Spezifität - sollten zusammen mit einem Konfi-
denzintervall angegeben werden, damit sich die Genauigkeit der Schätzungen beur-
teilen lässt. Zusammenfassende Maße sind der Youden-Index (berechnet als »Sensiti-
vität + Spezifität - 1«) und der Kappa-Koeffizient ( 7 Abschn. 14.1.4 ), der den Grad der
Übereinstimmung des diagnostischen Tests mit dem Goldstandard quantifiziert. Bei-
de Maße haben einen maximalen Wert von 1 (wenn sowohl Sensitivität als auch Spe-
zifität 100% betragen). Wenn der diagnostische Test nur so gut ist wie der Zufall, haben
Youden-Index und Kappa-Koeffizient den Wert 0.
Manchmal werden auch Likelihood-Quotienten benutzt, um die Güte eines diag-
nostischen Tests zu beschreiben. Der positive Likelihood-Quotient ist die Wahr-
scheinlichkeit, dass eine kranke Person einen positiven Befund erhält, dividiert durch
die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser Befund bei einer gesunden Person ergibt:
PTK
PTK
(
)
Sensitivit t
Spezifit t
+
+
LH
+=
=
(14.3)
(
)
1
Analog ist der negative Likelihood-Quotient definiert als:
PTK
PTK
(
)
=
1
Sensitivit t
Spezifit t
LH
−=
(14.4)
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