Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
) Dieses Maß ist definiert als:
Relative Risikoreduktion (
RRR
PKR PKR
PKR
(|
)
(|
)
RRR
=
(13.4)
(|
)
!
Cave
Bei der Interpretation eines relativen Risikos ist zu beachten, dass durch
die Quotientenbildung die absoluten Risiken nicht mehr erkennbar sind.
Die relativen Risiken in 7 Beispiel 13.5 sind sehr hoch. Sie verschweigen
jedoch, dass das Risiko an Lungenkrebs zu sterben, generell gering ist
(auch für Raucher).
Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Krankheit kann durch die logistische
Regression ermittelt werden ( 7 Abschn. 11.2.4 ). Dieses multiple Verfahren ermöglicht
es, mehrere Faktoren und deren komplexe Wechselwirkungen simultan zu untersu-
chen. Anhand der Merkmale, die einen statistisch signifikanten Einfluss auf die Ziel-
größe haben, lässt sich dann im Einzelfall die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass die
Krankheit eintritt.
Beispiel 13.5: Effektmaße
In der Kohortenstudie von Doll und Hill (Doll R, Hill AB. Mortality in relation to smoking:
ten years' observations of British doctors. Brit Med J 1964;1:1399-1410) wurde bei 40.000
britischen Ärzten die Auswirkung des Faktors »Rauchen« auf die Mortalitätsrate bei Lun-
genkrebs untersucht. Seien R das Ereignis, dass eine Person mindestens 25 Zigaretten
pro Tag raucht, und T das Ereignis, innerhalb eines Jahres an Lungenkrebs zu sterben. Die
Autoren ermittelten P ( T | R ) = 2,27‰ für Raucher und P ( T | - ) = 0,07‰ für Nichtraucher.
Demnach beträgt das zuschreibbare Risiko ARR = 2,20‰. Die Mortalität für Raucher setzt
sich zusammen aus dem Anteil 2,20‰, der dem Rauchen zuzurechnen ist, und dem
kleineren Anteil 0,07‰, der auf andere Ursachen zurückzuführen ist. Daraus ergibt sich:
NNT = 1/0,0022 ≈ 455. Würden 455 starke Raucher das Rauchen aufgeben, würde durch-
schnittlich einer pro Jahr weniger an Lungenkrebs sterben. Das relative Risiko berechnet
sich nach
13
Formel (13.3) als 2,27/0,07 ≈ 32: Also ist für einen Raucher das Risiko, inner-
halb eines Jahres an Lungenkrebs zu sterben, etwa 32-mal so groß wie für einen Nicht-
raucher. Die relative Risikoreduktion nach
7
Formel (13.4) beträgt 97%: Das Risiko, an
Lungenkrebs zu sterben, lässt sich demnach um 97% senken, falls man das Rauchen auf-
gibt. Oder anders formuliert: Stirbt ein Mensch an Lungenkrebs, so ist dies zu 97% auf
das Rauchen zurückzuführen.
7
 
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