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Beginn ihrer Schwangerschaft wesentlich besser entsinnen als eine Mutter mit
einem gesunden Baby, die derlei Vorkommnisse möglicherweise längst verges-
sen hat. Dies könnte zu einer Überschätzung eines Risikofaktors führen.
Beispiel 13.3: Fall-Kontroll-Studie
Wir betrachten eine hypothetische Studie, in der 50 Frauen, die ein krankes Baby zur Welt
gebracht haben (Fälle), befragt werden, ob sie zu Beginn ihrer Schwangerschaft ein
bestimmtes Medikament eingenommen hatten. Ihnen werden 50 Frauen gegenüber-
gestellt, die ein gesundes Baby geboren haben (Kontrollen), und ebenfalls befragt.
Folgendes Bild ergibt sich:
Fälle exponiert
Kontrollen exponiert
Ja
Nein
Ja
a = 7
b = 28
Nein
c = 3
d = 12
Da es sich um zwei verbundene Stichproben handelt, berechnet man: OR = b / c = 9,3
(
Abschn. 13.3.5). Dies impliziert, dass Frauen, die dem Risikofaktor ausgesetzt waren,
ein 9,3-fach erhöhtes Risiko haben.
Das Konfidenzintervall erstreckt sich zwischen 2,8 und 30,7. Mit dem McNemar-Test er-
hält man p < 0,0001. Damit ist der Zusammenhang zumindest statistisch abgesichert.
7
4 Informationsbias 2: Eine andere Art von Informationsbias liegt vor, wenn
Partner oder Freunde als Kontrollen fungieren oder anstelle der Fälle (z. B. nach
deren Tod) befragt werden. Sie tendieren häufig dazu, negative Eigenschaften
»ihres Falles« absichtlich zu verschweigen oder zu verharmlosen. Auch betroffe-
ne Fälle geben nicht immer uneingeschränkt die Wahrheit preis - etwa wenn
man ihnen Fragen stellt, die sie als peinlich empfinden.
4 Confounding: Diese Gefahr ist bei Fall-Kontroll-Studien besonders groß. Wird
ein statistischer Zusammenhang zwischen einer Krankheit und einem Faktor
nachgewiesen, folgt daraus nicht notwendigerweise, dass dieser Zusammenhang
kausal ist. Es könnte sich um einen Risikoindikator handeln ( 7 Beispiel 13.1 ).
13
13.3.5 Odds Ratio
Statistische Analyse Im einfachsten Fall untersucht man den Zusammenhang zwi-
schen 2 Alternativmerkmalen. Geeignete Methoden, um einen solchen Zusammen-
hang abzusichern, sind der Chi 2 -Vierfeldertest ( 7 Abschn. 11.1.1 ) oder Fishers exakter
Te s t ( 7 Abschn. 11.2.2 ). Bei Fall-Kontroll-Studien ist es üblich, zusätzlich die Odds
Ratio als Annäherung für das relative Risiko anzugeben ( 7 Abschn. 3.3.3 ).
 
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