Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
Auf diese Weise erhält man strukturgleiche Gruppen bezüglich der gematchten
Merkmale. Diese Methode wird üblicherweise angewandt, wenn die Kontrollen aus
Krankenhauspatienten ausgewählt werden. Häufig erfolgt die paarweise Zuordnung
nach Geschlecht und Alter. Werden Geschwister als Kontrollen herangezogen, wird
automatisch nach genetischen Faktoren gematcht. Bei Partnern als Kontrollen wird
nach sozioökonomischem Status gematcht.
Gruppen-Matching Bei diesem Ansatz wird die Kontrollgruppe so zusammenge-
stellt, dass die Häufigkeitsverteilungen eines bestimmten Merkmals bei den Fällen und
den Kontrollen annähernd identisch sind. Wenn beispielsweise die Gruppe der Fälle
aus 70% Männern besteht, versucht man, eine Kontrollgruppe zu rekrutieren, bei de-
nen dieser Anteil ebenso hoch ist.
Bei der Auswahl der Faktoren, nach denen sinnvollerweise gematcht wird, ist zu
beachten:
4 Praktische Probleme entstehen, wenn nach zu vielen Faktoren gematcht werden
soll. Es ist dann schwierig oder gar vollkommen unmöglich, passende Kontrol-
len zu rekrutieren.
4 Konzeptionelle Probleme ergeben sich dadurch, dass ein Merkmal, nach dem
gematcht wurde, nicht mehr als potenzieller Risikofaktor evaluiert werden kann.
Ist beispielsweise in der Fall- und der Kontrollgruppe die Altersverteilung iden-
tisch, lässt sich nicht mehr überprüfen, ob das Alter in Zusammenhang mit der
Krankheit steht. Deshalb sollte man nur nach bereits bekannten Risikofaktoren
matchen.
13.3.4 Bias
Fall-Kontroll-Studien sind anfällig für diverse systematische Fehler wie Selektionsbias,
Informationsbias und Confounding:
4 Selektionsbias: Dieser Fehler tritt auf, wenn sich die Fall- und die Kontroll-
gruppe in wesentlichen Eigenschaften (außer der zu untersuchenden Krankheit)
unterscheiden. Dies könnte das Endresultat der Studie entscheidend beeinflus-
sen. Matching ist eine Methode, diesem Bias zu begegnen. Falls dies nicht
möglich ist, sollte man versuchen, diesen Bias durch eine geschickte statistische
Analyse aufzudecken.
4 Informationsbias 1: Eine Fall-Kontroll-Studie birgt die Gefahr eines Recall-Bias
in sich, eine spezielle Form des Informationsbias. Der Recall-Bias betrifft das
Erinnerungsvermögen von Fällen und Kontrollen: Fälle, die von der Krankheit
unmittelbar betroffen sind, können sich an zurückliegende Ereignisse oft we-
sentlich besser erinnern als Kontrollen. Eine Mutter, die ein krankes Kind zur
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