Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
zufällig aus den Krankenhauspatienten ausgewählt. Man versucht vielmehr durch
Matchen ( 7 Abschn. 13.3.3 ) zu erreichen, dass sich die Gruppen der Fälle und der
Kontrollen bezüglich wichtiger Einflussfaktoren ähneln. Bei diesem Ansatz ist darauf
zu achten, dass die Diagnose der Kontrollen mit dem zu untersuchenden Risikofaktor
nicht assoziiert ist. Soll etwa ein Zusammenhang zwischen einer Krebsart und Rau-
chen nachgewiesen werden und würden als Kontrollgruppe Patienten mit koronarer
Herzkrankheit gewählt, könnten sich unter den Kontrollen (ebenso wie unter den
Fällen) überdurchschnittlich viele Raucher befinden. Es wäre dann schwierig, den
interessierenden Zusammenhang abzusichern. Allerdings stellt sich beim kranken-
hausbasierten Ansatz das Problem, dass die Kontrollen nicht unbedingt repräsentativ
für die Allgemeinbevölkerung sind. Eine weitere Schwierigkeit entsteht mitunter da-
durch, dass nicht alle Krankenhausärzte motiviert sind, ihre Patienten als Kontrollen
zur Verfügung zu stellen und die Kontrollen selbst mitunter wenig Interesse an der
Studie zeigen.
Kontrollen aus dem Umfeld der Fälle Manchmal ist es zweckmäßig, zu jedem Fall
den Partner, ein Geschwister oder einen Freund als Kontrollperson heranzuziehen. Es
ist anzunehmen, dass diese Kontrollen bezüglich vieler Eigenschaften mit dem pas-
senden Fall übereinstimmen (paarweises Matching, 7 s. u. ) und außerdem eine hohe
Kooperationsbereitschaft zeigen.
Mehrere Kontrollgruppen Eine andere Strategie besteht darin, mehrere Kontroll-
gruppen unterschiedlicher Herkunft zu wählen und diese Kontrollen miteinander zu
vergleichen. Systematische Fehler aufgrund der Auswahl der Kontrollen sind dann
eher erkennbar. Diese Vorgehensweise ist freilich entsprechend aufwendig.
13
13.3.3 Matchen
Eine potenzielle Schwierigkeit bei Fall-Kontroll-Studien ist gegeben, wenn sich die
beiden Gruppen - Fälle und Kontrollen - a priori in wichtigen Eigenschaften unter-
scheiden. Wenn beispielsweise die Fälle im Durchschnitt wesentlich älter sind als die
Kontrollen und zudem häufiger einer Exposition ausgesetzt waren, lässt sich nicht
zweifelsfrei erkennen, ob die Krankheit durch die Exposition oder das höhere Alter
verursacht wurde. Dieses Problem lässt sich dadurch lösen, dass nach potenziellen
Confoundern (z. B. dem Alter) gematcht wird. Man unterscheidet:
4
Paarweises (individuelles) Matching
4
Gruppen-Matching
Paarweises (individuelles) Matching Dabei wird für jeden Einzelfall eine passende
 
Search Pocayo ::




Custom Search