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Fall-Kontroll-Studien
13.3
13.3.1 Grundlagen
Bei diesem Studientypus werden Fälle (Patienten, die an einer bestimmten Krankheit
leiden) und Kontrollen (Personen, die von dieser Krankheit nicht betroffen sind)
bezüglich eines oder mehrerer ätiologischer Faktoren miteinander verglichen. Fall-
Kontroll-Studien sind retrospektiv und analytisch. Die Untersucher eruieren durch
Befragungen, anhand von Patientenakten oder dokumentierten Laborbefunden für
jeden Fall und für jede Kontrolle, ob die betreffende Person in der Vergangenheit ex-
poniert war. Es bietet sich an, nicht nur einen, sondern mehrere potenzielle Risikofak-
toren zu untersuchen.
13.3.2 Auswahl der Fälle und der Kontrollen
Die Fälle werden meist aus Kliniken oder Arztpraxen rekrutiert. Es ist sinnvoll, neu
diagnostizierte Fälle in die Studie aufzunehmen (Inzidenzfälle). Sind die Patienten
bereits seit längerer Zeit erkrankt (Prävalenzfälle), besteht die Gefahr, überwiegend
Langzeitüberlebende zu berücksichtigen. Es ist ferner wichtig, darüber nachzudenken,
für welche Population die Fallgruppe repräsentativ ist.
Die Auswahl der Kontrollen ist weitaus schwieriger. Einerseits sollten die Kontrol-
len den Fällen ähneln, damit Vergleiche zwischen den Gruppen sinnvoll erscheinen.
Andererseits sollte die Kontrollgruppe repräsentativ für alle nichterkrankten Personen
der Population sein, um Rückschlüsse zu ermöglichen. Selbstverständlich darf unter
den Kontrollen niemand an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Mehrere Strate-
gien sind entwickelt worden, um Kontrollen zu rekrutieren:
4
Populationsbasierter Ansatz
4
Krankenhausbasierter Ansatz
4
Kontrollen aus dem Umfeld der Fälle
4
Mehrere Kontrollgruppen
Populationsbasierter Ansatz Die Kontrollen wählt man aus der Allgemeinbevölke-
rung. Im Idealfall geschieht dies in Form einer Zufallsstichprobe, etwa mit Hilfe eines
Einwohnermeldeamtes. Problematisch ist jedoch, dass diese Personen im Allgemeinen
wenig Interesse an der Studie haben und daher häufig nicht kooperativ sind. Ferner ist
zu bedenken: Diese Kontrollen mögen zwar repräsentativ für die Allgemeinbevölke-
rung sein, sind aber nicht ohne weiteres mit den Fällen vergleichbar.
Krankenhausbasierter Ansatz Diese Form bietet sich an, wenn es sich bei den Fällen
 
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