Healthcare and Medicine Reference
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13.1.2 Wichtige Begriffe
Zunächst soll die Bedeutung einiger Begriffe erläutert werden.
Risiko Darunter versteht man die Wahrscheinlichkeit eines unerwünschten Ereignis-
ses. Häufig benutzte Risiken in der Medizin sind Inzidenz und Mortalität ( 7 Abschn.
12.4.1 ).
Exposition Eine Person gilt als exponiert, wenn sie mit einem Risikofaktor in Kontakt
gekommen oder mit ihm behaftet ist. Die Exposition kann zu einem bestimmten
Zeitpunkt stattfinden (z. B. Kontakt mit einem Infektionserreger); sie kann sich aber
auch über einen längeren Zeitraum oder die gesamte Lebenszeit eines Menschen er-
strecken. Beispiele hierfür sind jahrelanger Zigarettenkonsum oder die Expression
eines Gens, das das Auftreten einer bestimmten Krankheit begünstigt.
Risikofaktoren oder ätiologische Faktoren Dies sind Merkmale, die mit einem er-
höhten Erkrankungsrisiko kausal assoziiert sind. Sie stellen immer eine Ursache für
die Krankheit dar. Diese Faktoren lassen sich folgendermaßen einteilen:
4 Prädisponierende Faktoren sind Merkmale, die nicht beeinflussbar sind (z. B.
Alter oder Geschlecht einer Person oder genetische Dispositionen).
4 Ermöglichende Faktoren beeinflussen langfristig die Entwicklung einer
Krankheit. Dazu zählen sozial geprägte (z. B. psychische Belastungen) und
verhaltensbedingte Faktoren (z. B. Rauchen, Alkoholkonsum), schlechte
medizinische Versorgung und ein schwaches Immunsystem.
4 Beschleunigende Faktoren (etwa Erreger von Infektionskrankheiten oder
Umweltgifte) bewirken, dass die Krankheit kurze Zeit nach der Exposition
ausbricht.
4 Extrinsische Faktoren stammen aus der Umgebung, intrinsische Faktoren
betreffen den Patienten selbst.
Risikoindikatoren Dies sind Merkmale, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko
assoziiert sind, aber nicht ursächlich zum Ausbruch der Krankheit beitragen ( 7 Bei-
spiel 13.1 ).
Das Entstehen einer Krankheit ist in den seltensten Fällen monokausal. Bezüglich
der Krankheitsursachen unterscheidet man:
4 Notwendige Ursache: Ein Risikofaktor stellt eine notwendige Ursache dar, wenn
ohne ihn die relevante Krankheit nicht ausbrechen kann. So ist beispielsweise
das HIV eine notwendige Ursache für AIDS; eine Infektion mit onkogenen
Humanen Papillomaviren (HPV) gilt als notwendige Ursache für das Entstehen
eines Zervixkarzinoms. Gelingt es, eine notwendige Ursache zu beseitigen, wird
der Ausbruch einer Krankheit verhindert.
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