Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
Studienplanung
12.6
12.6.1 Bedeutung der Planung
Studien in der epidemiologischen und klinischen Forschung sind in der Regel mit
einem hohen organisatorischen, zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Die
Ergebnisse dieser Studien werden meist publiziert und dienen anschließend zahlrei-
chen Ärzten als Entscheidungshilfen bei der Behandlung ihrer Patienten. Es ist daher
essenziell wichtig, dass die Ergebnisse reproduzierbar und valide sind. Güte und prak-
tische Relevanz einer Studie lassen sich anhand von zwei Kriterien beurteilen:
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Interne Validität
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Externe Validität
Interne Validität Eine Studie ist intern valide, wenn deren Ergebnisse und die daraus
gezogenen Schlussfolgerungen für die Personen, die an der Studie partizipierten, kor-
rekt sind. Die interne Validität ist unbedingt notwendig, aber nicht hinreichend dafür,
dass die Studie praktisch relevant ist.
Externe Validität Darunter versteht man die Generalisierbarkeit oder Verallgemein-
erbarkeit der Studienergebnisse. Ein Arzt, der die Ergebnisse einer Studie zur Kenntnis
nimmt, möchte natürlich wissen, ob und inwieweit diese auf seine Patienten übertrag-
bar sind. Eine Studie mit hoher interner Validität kann völlig in die Irre führen, wenn
deren Ergebnisse auf die falschen Patienten übertragen werden. Daher stellt sich die
Frage: Für welches Patientenkollektiv sind die Ergebnisse gültig? Kann man von der
untersuchten Stichprobe (z. B. Patienten mit Psoriasis in einer bestimmten Klinik) auf
die interessierende Grundgesamtheit schließen, und wie ist diese beschaffen (etwa
Psoriasispatienten in ganz Deutschland, in Europa oder gar weltweit)? Bei solchen
Schlussfolgerungen muss man sehr vorsichtig sein.
Die interne und die externe Validität und damit die Anwendbarkeit einer Studie
werden in hohem Maße von einer sorgfältigen und detaillierten Planung bestimmt.
!
Cave
Der Imperativ einer guten Planung wird gern vergessen, wenn es darum
geht, schnell Ergebnisse für eine Dissertation oder eine attraktive wissen-
schaftliche Tagung zu bekommen. Es ist sicherlich einfach, eine bekannte
Labormethode mechanisch an einer kleinen Stichprobe einzusetzen oder
für eine sog. »klinische Doktorarbeit« ohne wesentliche Vorbereitungen
staubige Krankenakten zu ziehen. Bei derlei Vorgehen kommen jedoch
zumeist nur schlechte Studien heraus. Auch spektakuläre Ergebnisse
einer neuen Labormethode können nur kurz über ein mangelhaftes
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