Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
i
Gütekriterien von Messmethoden
Die Qualität einer Messmethode wird anhand dreier Gütekriterien beurteilt:
4
Reliabilität: Sie beschreibt, inwieweit Messwiederholungen, die unter identi-
schen Bedingungen durchgeführt werden, identische Ergebnisse liefern.
4
Objektivität: Sie gibt an, inwieweit die Messergebnisse von der messenden
Person abhängen.
4
Validität: Sie bezieht sich auf die Richtigkeit des Messinstruments.
Es gibt spezielle statistische Verfahren (unter anderem die Bland-Altman-Analyse,
7
Abschn. 5.2.5, oder der Kappa-Index,
7
Abschn. 14.1.4), mit denen sich diese
Kriterien überprüfen lassen.
Informationsbias können auch beim Vergleich zweier Gruppen auftreten. Hier muss
auf Beobachtungsgleichheit und Behandlungsgleichheit geachtet werden: Alle Stu-
dienteilnehmer sollten im selben Zeitraum, in derselben Umgebung, von denselben
Personen und mit denselben Untersuchungsmethoden beobachtet werden. Bei klini-
schen Studien müssen alle Patienten in gleicher Weise behandelt werden (abgesehen
von der Therapieform). Hier ist die Blindung das Mittel der Wahl. Optimal ist eine
doppelblinde Studie, bei der weder der untersuchende Arzt noch die Patienten über
die Therapie im Einzelfall informiert sind ( 7 Abschn. 15.1.4 ). Dadurch werden auto-
suggestive Einflüsse auf beiden Seiten ausgeschaltet. Es ist ein Manko multizentrischer
Studien, dass die Beobachtungs- und Behandlungsgleichheit nur eingeschränkt ge-
währleistet sind.
12.5.3 Confounding
Confounder sind verzerrende Störgrößen , die einen Zusammenhang verfälschen
und somit adäquate Maßnahmen verhindern oder fehlleiten können (nämlich dann,
wenn der Confounder gar nicht bekannt ist). Ein Confounder ist mit einer Einfluss-
größe und der Zielgröße assoziiert; die Wirkung auf die Zielgröße ist kausal.
Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Die Erkrankung an Down-Syndrom ist sta-
tistisch mit dem Geburtenrang assoziiert. Kinder mit Down-Syndrom haben oft
mehrere ältere Geschwister, während erstgeborene Kinder weitaus seltener betroffen
sind. Dieser Zusammenhang ist jedoch nicht kausal. Die eigentliche Ursache ist das
Alter der Mutter, das als Confounder mit dem Geburtenrang assoziiert ist und kausal
mit dem Erkrankungsrisiko zusammenhängt. Neben dem Alter stellen das Ge-
schlecht und der sozioökonomische Status häufig Confounder bei epidemiologischen
Studien dar.
Die Verzerrung durch einen Confounder ist zu befürchten, wenn zwei zu verglei-
Search Pocayo ::




Custom Search