Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
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Fertilitätsziffer: Dieses Maß beschreibt die Fruchtbarkeitsziffer - das ist die Zahl der Le-
bendgeborenen im Verhältnis zur Anzahl der Frauen im gebärfähigen Alter (bezogen auf
ein Jahr). Sie ist (anders als die Natalität) un abhängig von der Altersstruktur der Population.
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Pearl-Index: Dieser ist ein Maß bezüglich der Sicherheit einer Verhütungsmethode. Zu sei-
ner Schätzung müssen hinreichend viele Frauen, die eine bestimmte Verhütungsmethode
anwenden, über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Der Pearl-Index wird be-
stimmt, indem man die Anzahl der ungewollten Schwangerschaften im Verhältnis zur An-
zahl der beobachteten Zyklen mit dem Faktor 1200 multipliziert. Er gibt also an, wie viele
von 100 Frauen in einem Jahr ungewollt schwanger werden (wobei davon ausgegangen
wird, dass eine nichtschwangere Frau 12 Zyklen pro Jahr hat).
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Sterbeziffer: Dies ist die Gesamtmortalität - also der Anteil der im Beobachtungszeitraum
Verstorbenen (bezogen auf die gesamte Population). Darüber hinaus gibt es spezifische
Sterbeziffern, etwa für Neugeborene oder bezogen auf bestimmte Krankheiten.
Beispiel 12.4: Geburten- und Sterbeziffer
Im Jahre 2010 betrug die Geburtenziffer im EU-Durchschnitt 10,7 pro 1000 Einwohner. In
Deutschland wurden damals 8,3 Kinder pro 1000 Einwohner geboren - das war eine der
niedrigsten Geburtenziffern der Länder der Europäischen Union. Wenn man bedenkt,
dass die Sterbeziffer 10,5 Personen pro 1000 Einwohner betrug, bedeutet das einen Be-
völkerungsrückgang um 2,2 Personen je 1000 Einwohner. Dieser Rückgang konnte durch
Zuwanderungen teilweise ausgeglichen werden.
12.4.3 Sterbetafeln***
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Siehe auch
Anhang, Mathematische Abhandlung 12.1.
Eine Sterbetafel beschreibt die Verteilung von Lebensdauern. Sie basiert auf folgenden Häufig-
keiten:
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4
A 0 : Größe der Kohorte zu Beginn des Beobachtungszeitraums
4
A x : Anzahl der Personen, die ihren x -ten Geburtstag erleben und danach noch unbestimmte
Zeit leben
Dann ist
d x
=− +
AA 1
x
x
die Anzahl der Personen, die zwischen ihrem x -ten und ( x+ 1)-ten Geburtstag sterben. Der Ein-
fachheit halber wird die Lebensdauer als diskretes Merkmal aufgefasst mit den Ausprägungen x
(Anzahl der erreichten Lebensjahre) und den absoluten Häufigkeiten d x . Die Sterbeziffern sind
die altersspezifischen Mortalitätsraten q x = d x / A x ( x = 0, …, ω).
Ein Wert q x drückt die Wahrscheinlichkeit aus, dass jemand, der seinen x -ten Geburtstag erlebt
hat, vor seinem ( x+ 1)-ten Geburtstag stirbt. Dabei ist ω das letzte in der Sterbetafel berücksich-
tige Alter. Man nimmt also an: A ω+1 = 0 (oft wird ω = 100 gesetzt).
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