Healthcare and Medicine Reference
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Bei Infektionskrankheiten sind außerdem folgende Wahrscheinlichkeiten von Be-
deutung:
Kontagionsindex Dieser Index gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass sich eine
nichtimmune Person, die mit dem Erreger in Kontakt kommt, infiziert. Er ist also ein
Maß für die Ansteckungsfähigkeit.
Manifestationsindex Dies ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine infizierte Person
manifest erkrankt (die Krankheitsbereitschaft). Je kleiner dieser Index ist, desto mehr
Infektionsfälle verlaufen klinisch stumm.
Beispiel 12.3: Kontagionsindex und Manifestationsindex
Bei Masern beträgt der Kontagionsindex fast 100%; der Manifestationsindex liegt bei etwa
95%. Das heißt: Fast alle Personen, die mit dem Virus in Kontakt kommen, infizieren sich.
Davon erkranken 95% manifest, während 5% der Infektionen klinisch stumm verlaufen.
Schließlich sei noch angemerkt, dass all diese Maßzahlen keineswegs Naturkonstanten
sind, die - nachdem man sie einmal bestimmt hat - für alle Zeit und in jeder Umge-
bung ihren Wert behalten. Es handelt sich vielmehr um Größen, die abhängig sind von
den sozialen Rahmenbedingungen sowie den aktuellen diagnostischen und therapeu-
tischen Möglichkeiten:
4
Mit besseren diagnostischen Mitteln werden mehr Krankheitsfälle erkannt -
dadurch steigt die Inzidenz.
4
Krankheiten, die in kurzer Zeit zum Tode führen, haben eine niedrige Prävalenz.
4
Steht für eine Krankheit eine adäquate Therapie zur Verfügung, werden mehr
Personen überleben - dadurch steigt bei chronischen Erkrankungen die Präva-
lenz, während Mortalität und Letalität sinken.
Wertvolle Hinweise zu diesem Thema findet man in Fletcher u. Fletcher (2007;
7
Anhang ).
12.4.2 Weitere Maßzahlen der Demografie***
Zur Beschreibung demografischer Charakteristika werden außer den oben genannten noch
folgende Wahrscheinlichkeiten verwendet:
Natalität: Das ist die Geburtenrate (auch Geburtenziffer genannt), also der Anteil lebend
geborener Kinder im Verhältnis zur Gesamtpopulation während eines Beobachtungszeit-
raums. Sie ist abhängig von der Altersstruktur der beobachteten Population. Ein hoher
Altenanteil impliziert automatisch eine niedrige Geburtenrate.
4
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