Healthcare and Medicine Reference
In-Depth Information
Person aus der betrachteten Population, zum Zeitpunkt t erkrankt zu sein. Dieses Maß
beschreibt eine Momentaufnahme. Es wird üblicherweise im Rahmen einer Quer-
schnittstudie bestimmt und eignet sich für Krankheiten, die chronisch sind oder wie-
derholt auftreten. Die Kenntnis der Prävalenz ist eine wertvolle Hilfe für die Bedarfs-
planung im öffentlichen Gesundheitswesen. Zu deren vollständigen Beschreibung
gehören:
4
Relevante Krankheit
4
Bezugspopulation
4
Zeitpunkt oder Stichtag, auf den sich die Prävalenz bezieht; dies kann ein fixes
Kalenderdatum sein oder auch ein Zeitpunkt während der Lebenszeit eines
Menschen (etwa die Geburt)
Periodenprävalenz Die Bestimmung einer Punktprävalenz kann bei sehr kurz an-
dauernden Krankheiten methodische Schwierigkeiten mit sich bringen. Dann ist es
sinnvoll, eine Periodenprävalenz zu bestimmen, die sich auf einen längeren Zeitraum
bezieht. Dabei werden alle Personen berücksichtigt, die zu Beginn, während oder am
Ende des Beobachtungszeitraums erkrankt waren. Eine spezielle Form stellt die Le-
benszeitprävalenz dar: Sie quantifiziert die Wahrscheinlichkeit einer Person, krank
geboren zu werden oder im Laufe des Lebens zu erkranken.
Inzidenz Dies ist die Neuerkrankungsrate, also die Wahrscheinlichkeit P ( K ) für eine
beliebige Person, während einer Beobachtungszeit zu erkranken. Dabei geht man von
einer Population aus, deren Mitglieder zu Beginn des Beobachtungszeitraums nicht
erkrankt sind. Folgende Angaben sind notwendig:
4
Relevante Krankheit
4
Bezugspopulation
4
Beobachtungszeitraum; dies kann etwa ein bestimmtes Kalenderjahr sein oder
ein personenspezifischer Zeitraum (z. B. die Dauer eines Klinikaufenthalts oder
das 1. Lebensjahr eines Menschen)
Die Inzidenz hat nur Aussagekraft bei Erkrankungen, die bei einer Person während
der Beobachtungszeit maximal einmal auftreten. Bei länger andauernden Krankheiten
lässt sich die Prävalenz aus der Inzidenz berechnen nach:
3UlYDOHQ] ,Q]LGHQ]ÂGXUFKVFKQLWWOLFKH.UDQNKHLWVGDXHU
Diese Gleichung erklärt, weshalb viele chronische Krankheiten zwar eine geringe In-
zidenz, aber dennoch eine hohe Prävalenz aufweisen. Während die Inzidenz angibt,
wie groß das Erkrankungsrisiko für eine einzelne Person ist, informiert die Prävalenz
über die Auswirkungen einer Krankheit auf die Gesamtpopulation.
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