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13.4.5 ). Deren Untersuchungsrichtung ist prospektiv, die Art der Datenerhebung ist
retrolektiv.
12.3.4 Beobachtend - experimentell
Beobachtende Studie Der Versuchsleiter nimmt in Bezug auf die interessieren-
den Eigenschaften der Untersuchungseinheiten eine passive Rolle ein: Er beobach-
tet, dokumentiert und analysiert die Daten. Er greift aber nicht aktiv ins Gesche-
hen ein, und er versucht nicht, die Studienteilnehmer in irgendeiner Weise zu be-
einflussen. Beobachtende Studien können sehr einfach und rein deskriptiv konzi-
piert sein (z. B. als Fallserie). Sie können jedoch auch als Longitudinalstudie
angelegt sein und wertvolle Hinweise auf mögliche Zusammenhänge geben und
damit analytischen Charakter annehmen (z. B. Fall-Kontroll-Studie oder Kohorten-
studie ). Risikostudien und Prognosestudien sind in aller Regel als beobachtende
Studien angelegt.
Experimentelle Studie Bei einem Experiment (oder einer Interventionsstudie ) gibt
der Versuchsleiter die Ausprägungen der Einflussgrößen zumindest teilweise vor. Ex-
perimentelle Studien sind in jedem Fall prospektiv. Der Versuchsleiter hat optimale
Einflussmöglichkeiten auf Stichproben, Datenerhebung und -auswertung. In der for-
schenden Medizin steht dabei meist eine nichtmenschliche Population (z. B. Tiere
oder Zellkulturen) im Mittelpunkt. Bei Experimenten in der Humanmedizin können
auch Patienten oder gesunde Probanden involviert sein; dabei werden üblicherweise
eine Experimental- und eine Kontrollgruppe miteinander verglichen.
Diese Studien sind ethisch nicht unproblematisch. Ein typisches Beispiel stellen
randomisierte klinische Studien dar, bei denen man mehrere Therapiegruppen (z. B.
Verum und Plazebo) vergleicht, wobei der Versuchsleiter die Art der Therapie vorgibt
( 7 Abschn. 15.1 ). Aber auch Präventionsstudien ( 7 Abschn. 14.2 ), bei denen die Teil-
nehmer im Rahmen der Studie einer präventiven Maßnahme (etwa einem Screening)
unterzogen werden, sind häufig experimentell.
Eine Sonderform stellen quasiexperimentelle Studien dar: Hier ist die Zuteilung
zur Experimental- oder Kontrollgruppe durch natürliche Eigenschaften der Partizi-
panten vorgegeben. Im englischen Sprachgebrauch bezeichnet man dieses Design als
»randomization by nature«.
12.3.5 Monozentrisch - multizentrisch
Monozentrische Studie Bei diesen Studien werden die Patienten oder Probanden
aus einer einzigen Institution rekrutiert.
 
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