Healthcare and Medicine Reference
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trieb, Sir Ronald Aylmer Fisher (1890-1962), auf den die Varianzanalyse zurückgeht, und David
Cox (geboren 1924), der sich mit der Modellierung von Überlebenszeiten befasste. Diese Ent-
wicklungen haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Statistik in den Bio- und Sozialwis-
senschaften breite Anwendung gefunden hat.
Methodik in der medizinischen Wissenschaft***
1.2.2
Die Medizin als eine Wissenschaft, deren Zweck darin besteht, kranken Menschen zu
helfen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Als moderne Wissenschaft kann sie jedoch
erst seit dem 19. Jahrhundert angesehen werden.
Antike
Von der Antike bis ins 19. Jahrhundert hinein konnten Beobachtungen am kranken Menschen
fast ausschließlich durch unmittelbare Sinneseindrücke des behandelnden Arztes erfasst wer-
den. Diese Beobachtungen waren naturgemäß subjektiv und die daraus gezogenen Schlussfol-
gerungen häufig spekulativ. Generell gab es zwei Ansätze bezüglich der Wahl einer geeigneten
Therapie: den empirischen und den theoretischen.
Der Empiriker gründete seine Entscheidung auf persönliche Erfahrungen und überprüfte in je-
dem Einzelfall, ob sie sinnvoll war. Allerdings waren die dadurch gewonnenen Erkenntnisse un-
geregelt, da sie lediglich auf einzelnen, zufälligen Beobachtungen beruhten. Dagegen suchte
der Theoretiker nach den Krankheitsursachen und leitete dann durch logisch-konsequente
Schlussfolgerungen eine seiner Meinung nach nützliche Therapie her. Diese dogmatische Me-
thode basierte auf unverrückbaren, nie zuvor überprüften Grundannahmen, die generell nicht
infrage gestellt wurden. Die Autorität der beiden griechischen Ärzte Hippokrates von Kos (ca.
460-370 v. Chr.) und Galen von Pergamon (129-199 n. Chr.) führten dazu, dass der theoretische
Ansatz bis ins 16. Jahrhundert allgemein anerkannt war. Wegen der Autoritätsgläubigkeit jener
Zeit wagte es niemand, sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Eine moderne Wissenschaft im
heutigen Sinne konnte auf diese Weise freilich nicht entstehen.
Renaissance
Der Ursprung für die Wissenschaftlichkeit der Medizin lag in der Renaissance. Ein herausragen-
der Wissenschaftler jener Epoche war Galileo Galilei , der weniger durch seine Einzelleistungen
auf den Gebieten der Mathematik, Physik und Astronomie Bedeutung erlangte als vielmehr da-
durch, dass er die modernen Naturwissenschaften auf objektiven Beobachtungen und nachvoll-
ziehbaren Experimenten aufbaute. Naturvorgänge wurden fortan nicht mehr theologisch oder
philosophisch erklärt, sondern aus Naturgesetzen hergeleitet.
Nach der Einführung naturwissenschaftlicher Methoden wurden subjektive Sinneseindrücke
ersetzt durch objektive Messwerte , die sich mathematisch analysieren lassen. Erkenntnisse, die
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