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Abschn. 13.2.4 ), kann die deskriptive Studie in eine analytische übergehen. Häufig
bilden die Erkenntnisse aus einer einfachen deskriptiven Studie die Basis für eine
nachfolgende analytische Studie.
12.3.2 Transversal - longitudinal
Transversale Studien Eine transversale Studie ( Querschnittstudie ) ist eine Mo-
mentaufnahme einer Population, bei der eine oder mehrere Eigenschaften der Stu-
dienteilnehmer erfasst werden. Einfachste Transversalstudien sind Fallserien ( 7 Ab-
schn. 13.2.2 ). Ein typisches Beispiel ist eine Prävalenzstudie ( 7 Abschn. 13.2.3 ), bei der
man die Prävalenz einer Krankheit zu einem bestimmten Zeitpunkt feststellt. Mögli-
cherweise werden dabei noch weitere Merkmale erfasst (z. B. ob die Studienteilnehmer
einem besonderen Risikofaktor ausgesetzt sind). Man kann dann zwar versuchen, ei-
nen statistischen Zusammenhang zwischen Krankheit und Risikofaktor herzuleiten;
kausale oder zeitliche Beziehungen lassen sich jedoch nicht nachweisen. - Transver-
sale Studien eignen sich generell für Zustandsbeschreibungen, jedoch nicht dazu, zeit-
liche Abläufe zu untersuchen. Sie sind überwiegend deskriptiv.
Longitudinale Studien Diese Studien (auch Längsschnittstudien genannt) haben
zum Ziel, einen zeitlichen Zusammenhang herzuleiten. Sie können retrospektiv (z. B.
als Fall-Kontroll-Studien ) oder prospektiv (z. B. als Kohortenstudien und klinisch
kontrollierte Studien ) angelegt sein. Im engeren Sinne bezieht sich die Bezeichnung
»longitudinal« auf eine prospektive Studie, in der jeder Teilnehmer mehrmals nach-
einander untersucht wird.
12.3.3 Retrospektiv - prospektiv
Retrospektive Studien Retrospektiv heißt »zurückblickend«. Man ermittelt zunächst
die Ausprägungen der Zielgröße und versucht dann, die Ausprägungen einer oder
mehrerer Einflussgrößen zu erfassen. Das Paradebeispiel sind Fall-Kontroll-Studien ,
bei denen eine Gruppe erkrankter Personen (Fälle) mit einer Gruppe Nichterkrankter
(Kontrollen) dahingehend verglichen wird, welchen Risikofaktoren die Teilnehmer in
der Vergangenheit ausgesetzt waren ( 7 Abschn. 13.3 ).
Bei retrospektiven Studien sind die relevanten Ereignisse zu einem Zeitpunkt ge-
schehen, als die konkrete Fragestellung der Studie noch gar nicht vorlag. Die Daten
sind entweder dokumentiert (z. B. in Krankenakten) oder müssen durch Befragungen
(Interviews, Fragebogen) erhoben werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man
braucht nicht auf das Eintreten der interessierenden Endereignisse zu warten und
kann deshalb relativ schnell Ergebnisse erhalten.
 
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